Nebenwirkungen


Standort Bad Langensalza

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Durch die verabreichte Chemotherapie kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen:

Dazu gehören insbesondere Übelkeit und Erbrechen. In der Regel können diese Nebenwirkungen durch Begleitmedikamente sehr gut vermindert oder abgeschwächt werden. Sollte es zu Hause trotz der verschriebenen Medikamente zu starker Übelkeit und Erbrechen kommen, nehmen Sie bitte mit dem Hausarzt oder der Station Kontakt auf.

Infolge der Chemotherapie kann es zu einer Entzündung der Mundschleimhaut (Mucositis) kommen. Dadurch kann die Aufnahme von Nahrung - insbesondere von Flüssigkeiten - schmerzhaft eingeschränkt sein. Bei leichten Fällen ist eine regelmäßige Mundspülung mit handelsüblichen Mundspüllösungen (Chlorhexidin®, Betaisodona-Mundspüllösung®), Kamille- oder Salbeilösungen möglich. Sollten sich weißliche Beläge (Soor) bilden oder die Flüssigkeitsaufnahme eingeschränkt sein, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Hausarzt oder der Station auf.

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Weiterhin können Blutbildveränderungen auftreten, oft etwa 7 bis 14 Tage nach Beginn der Chemotherapie.

Der rote Blutfarbstoff (Hb-Wert = Hämoglobinwert) sorgt für den Sauerstofftransport im Körper. Er kann nach der Chemotherapie abfallen. Dadurch kann es zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit kommen. Der rote Blutfarbstoff sollte bei einem starken Abfall durch Bluttransfusionen (Erythrozytenkonzentrate) ersetzt werden.

Die Thrombozyten (Blutplättchen) gewährleisten die Blutgerinnung. Die Anzahl der Blutplättchen kann ebenfalls durch die Chemotherapie abfallen, wodurch es zu einer vermehrten Blutungsneigung (punktförmige Hauteinblutungen, blaue Flecke, Nasenbluten, Zahnfleischbluten) kommen kann. Die Thrombozyten sollten bei einem starken Abfall durch Thrombozytenkonzentrate ersetzt werden.

Die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind für die Infektabwehr verantwortlich. Infektionen sind Nebenerscheinungen bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen; vor allem aufgrund der Therapie (Chemotherapie/Strahlentherapie), aber auch infolge der Verdrängung des Knochenmarkes durch bösartige Zellen. Bei einem Absinken der Leukozyten unter 1,0 Gpt/l spricht man von einer Aplasiephase. Während dieser Zeit sind Sie besonders anfällig für Infektionen. In bestimmten Situationen kann zur Beschleunigung der Leukozytenbildung das Leukozytenwachstumshormon G-CSF (Neupogen®, Granulozyte®, Neulasta®) verabreicht werden.

Vorsichtsmaßnahmen nach der Chemotherapie

Durch den Hausarzt sind 1- bis 2-mal pro Woche Blutbildkontrollen notwendig. Bei Leukozytenwerten von unter 1,5 Gpt/l und Thrombozytenwerten von unter 50 Gpt/l muss die Blutbildkontrolle jeden zweiten Tag erfolgen.

Bei einem Abfall der Thrombozyten unter 20 Gpt/l oder des Hb unter 8 g/dl sollten Ihr Hausarzt oder Sie sich selbst sofort mit uns in Verbindung setzen. Bei Thrombozyten unter 50 Gpt/l sollten Sie nach Möglichkeit auf das Zähneputzen mit der Zahnbürste verzichten (geeignet zum Reinigen der Zähne sind Watteträger) oder nur noch sehr vorsichtig die Zähne mit einer weichen Zahnbürste putzen.

Die Temperatur sollte nicht mehr im Mund, sondern unter der Achsel oder im Ohr gemessen werden. Medikamentenzäpfchen (Suppositorien) dürfen wegen Blutungs- und Infektionsgefahr nicht mehr genommen werden.

Bei Abfall der Leukozyten unter 1 Gpt/l sollten Sie bitte mehrmals täglich den Mund spülen. Zusätzlich ist bei Mundschleimhautentzündung (Mucositis) eine Behandlung mit Ampho moronal 4 x täglich notwendig. Die Suspension sollte gut im Mund verteilt und anschließend geschluckt werden. Bitte nehmen Sie Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, welcher über eine prophylaktische Antibiotikagabe entscheidet.

3 x täglich ist die Temperatur zu messen. Bei Fieber (Temperaturen über 38° Celsius) und/oder Infektzeichen (Husten, Schnupfen, Brennen beim Wasserlassen, gelblicher Auswurf, Schleimhautgeschwüre wie "Aphten" oder Durchfall) bitte sofortige Rücksprache mit Ihrem Hausarzt oder der Station im Klinikum halten. Dies gilt unbedingt auch am Wochenende, abends oder nachts!

Meiden Sie möglichst Menschenansammlungen, öffentliche Verkehrsmittel sowie Kontakt zu Personen mit Infektionskrankheiten.

Bei bestimmten Therapien müssen Sie während der Behandlung zusätzlich Antibiotika einnehmen, dazu erhalten Sie gesondert eine Anleitung.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Hauptsächlich wird eine zusätzliche Strahlenbehandlung (Radiotherapie) bei Krebsbefall im Bereich des Mastdarmes angewendet. Es kann möglich sein, dass das vor oder nach der Operation erfolgt.

Bei der Strahlenbehandlung handelt es sich um eine Methode, die im Zusammenhang mit einer Chemotherapie  den Tumor verkleinert, die eventuell vorhandenen Lymphknotenmetastasen zerstört und insgesamt sowohl das krankheitsfreie Intervall als auch das Überleben deutlich verbessert.

Manchmal ist es mit Hilfe der Kombination einer Strahlentherapie und einer Chemotherapie erst möglich, ein Krankheitsstadium zu erreichen, welches eine Operation möglich macht.

Die heute genutzten Geräte sind computertechnisch so weit entwickelt, dass Nebenwirkungen nur sehr selten auftreten. Es kann sich um Nebenwirkungen handeln, die den gesamten Körper oder nur die bestrahlten Teile betreffen.

  • So kann die Leistungsfähigkeit vermindert werden, d. h. die täglichen Verrichtungen können nicht mehr im vollen Umfang erfolgen oder es tritt vermehrte Müdigkeit und Appetitlosigkeit auf.
  • Weiterhin sind Durchfälle möglich.
  • Ebenso können Blasenentzündungen oder vermehrter Harndrang auftreten (diese genannten Erscheinungen sind außerordentlich selten und sehr gut zu behandeln).
  • Des Weiteren ist es möglich, dass die Haut im Bereich der bestrahlten Regionen mit einer Entzündung reagiert, was zu Juckreiz und Brennen führen kann (diese Hautveränderungen lassen sich gut mit Hautpflegeprodukten behandeln).

Da die Dosis der Strahlentherapie und die Nebenwirkungen selten vorhersehbar sind, empfehlen wir beim Auftreten solcher Beschwerden, den behandelnden Arzt oder die Kontaktschwester zu informieren.