Abteilung für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie


Standort Mühlhausen

Die Weiterbildungsermächtigung für die Fachrichtung Neurochirurgie beträgt 12 Monate, einschließlich 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung. 

Herzlich willkommen auf der Seite der Abteilung für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie an der Hufeland Klinik Mühlhausen. Seit unseren Anfängen im Juli 2017 hat sich unser operatives Spektrum stetig erweitert:

Operativ zu behandelnde Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark und deren knöchernen und weichen Hüllen fallen in den Bereich der Neurochirurgie. Neurochirurgische Notfälle - bei Verletzung oder Schlaganfall - zählen zu den dringlichsten in der gesamten Medizin, denn die Reserven von Nervengewebe reichen ohne Energieversorgung nur einige Minuten weit.

Die „elektive“ Neurochirurgie – der Teil des Faches, der sich nicht mit Notfällen befasst, sondern mit planbaren Eingriffen – behandelt zum Beispiel:

  • Tumoren oder Entwicklungsstörungen von Gehirn, Hirnhäuten und Rückenmark,
  • Erkrankungen von Gefäßen des zentralen Nervensystems,
  • Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule und der Bandscheiben – insbesondere wenn Rückenmark oder Nerven betroffen und mikrochirurgisch zu entlasten sind.

Viele komplizierte Erkrankungen aus diesen Bereichen lassen sich erst durch gemeinsame Anstrengungen mit anderen Gebieten – Radiologie, Neurologie, Onkologie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie und viele mehr – angehen. Wir beraten Sie gern in unseren ambulanten Sprechstunden im MVZ.

  • Ambulante Sprechstunde – Dienstag und Mittwoch jeweils im MVZ:
    Anmeldung unter 03601-8511 340. Bitte Überweisung, Bildmaterial (CT’s, MRT’s und anderes, am besten auf CD) und aktuelle Medikamentenliste mitbringen.
  • Rückfragen und Besprechungen mit Angehörigen (sofern möglich auch kurzfristig):
    Bitte Anmeldung über die jeweilige Stationspflege, die Ihre Nachfrage an uns weiterleiten wird, oder übers Chefsekretariat 03601-41 1350.

Weitere fachliche Informationen finden Sie hier.
Bewerbungen richten Sie bitte an bewerbungen@hufeland.de.

Krankheitsbilder und Leistungsspektren

Schlaganfall

Schlaganfall

Das ist eigentlich ein Überbegriff für zwei unterschiedliche Geschehen. Ihnen gemeinsam ist urplötzliches Auftreten, das zu der Bezeichnung geführt hat:

  • Ein Schlaganfall kann durch den Verschluss eines Gefäßes entstehen: Nicht mehr mit Energie versorgtes Hirngewebe wird geschädigt oder stirbt sogar ab. Man bezeichnet diese Schlaganfälle auch als „unblutig“. Vier von fünf Schlaganfällen fallen in diese Kategorie.  Die Patienten werden in der Regel durch die Kollegen von Neurologie und Radiologie auf der Stroke Unit des Hauses behandelt. In besonders schweren Fällen kann die Neurochirurgie unter Umständen mit druckentlastenden Eingriffen helfen.
  • Risse in Gefäßwänden führen zu Hirnblutungen. Diese „blutigen Schlaganfälle“ machen etwa 20% aus. Blutungsquellen können eigentlich normale, aber gealterte Gefäße sein. Immer wieder stecken aber auch Gefäßmissbildungen dahinter: Aneurysmen sind dünne Aussackungen von Gefäßwänden, Angiome kann man sich als Knäuel dünnwandiger Gefäße vorstellen, die zu einem „Kurzschluss“ zwischen Arterien und Venen führen. Eine Sonderform sind die Kavernome. Sie stehen nur unter geringem Druck und werden deshalb je nach Lage weniger durch große Blutungen als durch andere Symptome wie Krampfanfälle auffällig. Viele dieser Blutungen werden neurochirurgisch behandelt, andere zusammen mit der Radiologie – wenn möglich hier vor Ort, sonst auch in Zusammenarbeit mit auswärtigen Kliniken.

Hirnverletzung

Ein paar Fakten:

  • Die häufigste Ursache von Hirnverletzungen ist nicht, wie man vielleicht denken würde, der Verkehrsunfall, sondern der Sturz des älteren Menschen.
  • Einmal zerstörtes Nervengewebe kann nicht ersetzt werden. Im Nervengewebe werden viele Krankheitsabläufe allerdings durch das Unfallgeschehen erst angestoßen und brauchen einige Zeit, um sich zu entwickeln. Diese Zeit kann unter Umständen genutzt werden, wenn die medizinische Versorgung schnell beginnt: „Time is Brain“!

Die leichteste Form war früher als „Gehirnerschütterung“ bekannt, ist nicht mit sichtbaren Verletzungen verbunden und hinterlässt keine Folgen. Bei schweren Hirnverletzungen (Kontusionen, epi- oder subdurales Hämatom) ist das Ziel von Notoperationen die Entlastung von Blutungen oder der Versuch, geschwollenem Hirngewebe Platz zu schaffen. Nicht immer kann geholfen werden.

Eine Sonderform ist das chronische Subduralhämatom. Oft wird es erst mehrere Wochen nach vergleichsweise geringen Verletzungen mit neurologischen Ausfällen oder Kopfschmerzen auffällig; in bis zu einem Drittel der Fälle wird gar keine Ursache erinnert. Es ist eine typische Erkrankung des älteren Menschen und tritt besonders häufig auf, wenn blutverdünnende Medikamente genommen werden müssen. Trotz manchmal beträchtlicher Größe ist eine Entlastungsoperation vergleichsweise risikoarm.

Mühlhausen ist regionales Traumazentrum und behandelt Verletzte in Zusammenarbeit der chirurgischen Fächer und der Intensivmedizin rund um die Uhr. Die neurochirurgische Versorgung aller Verletzungen des zentralen Nervensystems gehört dazu und umfasst auch die Behandlung von Spätfolgen.

Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen

Nerven und Rückenmark können durch Verschleiß der Wirbelsäule geschädigt werden – bekanntestes Beispiel ist der Bandscheibenvorfall, aber es kann sich auch um Vernarbungen und anderes mehr handeln. Die neurochirurgische Versorgung dieser Erkrankungen legt ihr Schwergewicht darauf, Nervenstrukturen zu schützen oder zu befreien, und nutzt dazu mikrochirurgische Verfahren.

Tumoren

Die meisten Hirntumoren lösen durch Druck oder Gewebszerstörung Symptome aus: Kopfschmerzen, Krampfanfälle, manchmal Wesensänderungen oder neurologische Ausfälle, die auch einmal mit einem Schlaganfall verwechselt werden können. Tumoren des Rückenmarkskanals können ähnliche Symptome wie ein Bandscheibenvorfall machen. Aus der schier unübersehbaren Anzahl dieser Erkrankungen nur einige Beispiele:

  • Gliome entstehen aus der Stützsubstanz des zentralen Nervensystems, der Glia. Der häufigste dieser Tumoren ist leider auch der bösartigste: Das Glioblastom. Heilen kann man es bis heute nicht, aber der Wert einer möglichst weitgehenden Operation ist erwiesen. Das Glioblastom muss nachbehandelt werden: Bestrahlung und medikamentöse Therapie werden zusammen mit den Kollegen der Onkologie und der Strahlentherapie – teils im Hause, teils heimatnah – organisiert. Therapiekontrollen finden in regelmäßigen Abständen durch Bildgebung – CT oder MRT – statt.
  • Meningeome entstehen nicht im Gehirn oder Rückenmark selbst, sondern gehen von den Hirnhäuten aus. In den allermeisten Fällen sind sie gutartig, wachsen langsam und können deshalb beträchtliche Größen erreichen, bevor sie auffallen. Kleine Exemplare können manchmal bestrahlt werden, bei den sehr seltenen bösartigen Meningeomen kann mitunter auch eine medikamentöse Therapie versucht werden. Meist aber wird eine Operation erforderlich sein. Nachkontrollen in regelmäßigen Abständen sind erforderlich.
  • Neurinome (besser eigentlich „Schwannome“) entstehen in Nerven und sind in der Regel gutartig. Auch im Schädel und in der Wirbelsäule gibt es diese Tumoren, die dann von den Hirn- oder Rückenmarksnerven – z.B. vom Gleichgewichtsnerven im Bereich des Kleinhirns („Akustikusneurinom“) – ausgehen. Nach einer Operation sind Kontrollen, unter Umständen eine Nachbestrahlung erforderlich.
  • Hirnmetastasen sind eine häufige Folge von Tumorerkrankungen anderer Organe. Schwarzer Hautkrebs (Melanome), Brustkrebs oder Schilddrüsenkrebs sind Beispiele für Tumoren, die ins Hirn streuen können. Die Operation steht nur am Anfang, die weitere Behandlung muss zusammen mit dem Grundleiden geschehen.

Um tumorchirurgische Eingriffe möglichst sicher durchzuführen, nutzt man Techniken wie Navigation, Fluoreszenzmikroskopie (5-ALA), Stereotaxie, Elektrophysiologie. Unten einige Beispiele dazu aus unserer Klinik.

Mühlhausen wird in absehbarer Zeit eines der wenigen Zentren bundesweit sein, die eine Hitzetherapie bei Hirntumoren anbieten und auch wissenschaftlich mitentwickeln: Hyperthermie mit Nanopartikeln. Diese Therapie ist neuartig und erfordert in jedem Fall individuelle Beratung.

Periphere Nerven

Verletzungen, Verschleiß oder Überbeanspruchung können Narben verursachen, die Nerven einschnüren. Oft betroffen sind der Ellennerv (Nervus ulnaris, „Musikantenknöchel“) oder der mittlere Handnerv (Nervus medianus) an anatomischen Engstellen, weshalb man diese Erkrankungen auch als „Engpass-Syndrome“ bezeichnet. Typische Stellen sind die Ellenbogeninnenseite, wo der N. ulnaris durch eine knöcherne Rinne (Sulcus ulnaris) läuft, und der Durchtritt des N. medianus aus dem Unterarm in die Hohlhand (Carpaltunnel).

Symptome können Taubheit, kribbelnde Missempfindungen, bei fortschreitendem Leiden auch Lähmungen sein. Die Diagnose wird durch Geschwindigkeitsmessung der elektrischen Signalweiterleitung (Nervenleitgeschwindigkeit, NLG) gestützt. Wenn konservative Therapie durch Ruhigstellung nicht ausreicht, kann der betroffene Nerv durch einen meist kleinen Eingriff befreit werden. Wenn keine anderen Gründe dagegensprechen, kann die Operation ambulant durchgeführt werden.

Chefarzt

PD Dr. med. Johannes Patrick Wölfer

CA Dr. med. Wölfer

Sekretariat

Katy Dauphin
Melissa Schulz

Telefon:
03601 41-1255
03601 41-1305

Fax:
03601 41-2100

E-Mail:
medizin.mhl@hufeland.de

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