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Chirurgische MVZ-Praxis in Bad Langensalza wird neu besetzt
Zur feierlichen „Praxisübergabe“ konnten wir mit Dr. Bauer über seine Zeit bei Hufeland und seine Zukunftswünsche sprechen.

Zum 01.04.2019 wird die chirurgische Praxis der Hufeland MVZ GmbH in Bad Langensalza neu besetzt. Dr. Jens Moor, bisheriger Chefarzt der Klinik für Unfall- und Handchirurgie, übernimmt die Leitung der Praxis von Dr. Frank Bauer, der aus familiären Gründen die Region verlässt und in seine Heimat zurückkehrt. Bereits zum 01.03.2019 hat Dr. Moor die Vertretung übernommen.

Zur feierlichen „Praxisübergabe“ konnten wir mit Dr. Bauer über seine Zeit bei Hufeland und seine Zukunftswünsche sprechen.


HK: Dr. Bauer, wie sind Sie zu Hufeland gekommen?

Dr. Bauer: Ich bin Anfang 1993 nach Bad Langensalza gekommen. Nach dem 2. Staatsexamen an der Medizinischen Akademie Erfurt war das Praktische Jahr zu absolvieren. Hierzu musste die Einrichtung als Lehrkrankenhaus ausgewiesen sein. Dies war hier der Fall. Kurz zuvor hatten Prof. Dr. Henke und Dozent Dr. Schreiber ihre Arbeit aufgenommen.  Beide kannte ich als Hochschullehrer aus Erfurt. So war ich mir sicher, dass ich unter diesen beiden auch eine solide Ausbildung auf dem Gebiet der Chirurgie absolvieren konnte. Also habe ich mir viel Mühe gegeben, denn die Assistentenstellen waren damals sehr begehrt. Ich habe dann auch eine Stelle als Arzt im Praktikum zunächst in der Klinik für Innere Medizin  unter Herrn Chefarzt Dr. Münscher-Paulig bekommen. Dieses Jahr Innere Medizin hat mir sehr gut getan und fast hätte ich meinen Plan, mal Unfallchirurg zu werden, aufgegeben. Ich habe dann nahezu meine gesamte chirurgische Ausbildung bis auf sechs Monate Thorax- und Gefäßchirurgie am Hufeland Klinikum absolviert. Damals herrschte eine enorme Aufbruchsstimmung und die Arbeit hat  bei allem Ernst sehr viel Spaß gemacht.

HK: Und dann sind Sie auch in Bad Langensalza geblieben?

Dr. Bauer: Ich habe dann meine Frau, wie sollte es anders sein, bei Hufeland kennengelernt. Und als 1998 unser Sohn geboren wurde, war klar, dass wir hier bleiben wollten. Wir fanden ein schönes Zuhause am Klausberg und die Stadt wurde mit jedem Jahr schöner.


HK: Wie ging es beruflich weiter?

Dr. Bauer: Nach meiner oberärztlichen Tätigkeit in Meiningen übernahm ich 2006 die chirurgische Praxis von Dr. Kraft, der mich in die Niederlassung geführt und mich väterlich unterstützt hat. Ihm habe ich auch viel zu verdanken. Als Honorararzt habe ich dann zeitgleich die Arbeit bei Hufeland aufgenommen, um das operative Spektrum der Praxis um die Arthroskopie von Schulter und Knie zu erweitern.


HK:
Warum endet ihre Zeit jetzt in Bad Langensalza?

Dr. Bauer: Ich bin der einzige Sohn meiner Eltern und habe mir immer geschworen, dass ich für sie da bin, wenn ich gebraucht werde. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Diese rein familiäre Entscheidung fiel bereits vor vier Jahren. Damit die Nachfolge meiner Praxis geregelt ist, habe ich sie 2016 in die Hufeland MVZ GmbH eingebracht. Der finanzielle und arbeitsmäßige Aufwand sowie das unternehmerische Risiko sind enorm. Mittlerweile ist es nicht mehr so einfach, eine Praxis als Einzelpraxis fortzuführen. Die Gesundheitspolitik ist nicht dazu angetan, diesen Schritt zu erleichtern, so dass für viele Fachärzte ein MVZ eine sinnvolle Alternative ist.


HK: Wo geht es jetzt für Sie hin?

Dr. Bauer: Mich führt der Weg zurück in meine Heimat Südthüringen. Meine Frau und ich haben in den letzten Jahren ein Haus in Bad Liebenstein gekauft und saniert. Ich werde als Oberarzt in der Rehabilitation arbeiten. Ich will die Zusatzqualifikationen Sozialmedizin, rehabilitative Medizin und vor allem Sportmedizin erwerben.


HK: Was wünschen Sie sich für die Praxis in Zukunft?

Dr. Bauer: Mein größter Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen, nämlich der nach einem geeigneten kompetenten Nachfolger. Hier ist uns mit Dr. Moor die wohl allerbeste Lösung gelungen. So kann ich ruhigen Gewissens aus der Praxis scheiden, weil ich weiß, dass meine Patienten in den besten Händen sind. Die Unfall- und handchirurgische Ausrichtung kommt Dr. Moor gewiss sehr entgegen. Für den geplanten Umzug in den Neubau wünsche ich einen möglichst reibungsarmen Verlauf. Die Idee, dass viele unter einem Dach sind – wie früher schon die Polikliniken – halte ich für gut. Für meine Schwestern, die mich 13 Jahre tatkräftig unterstützt haben und auf die ich immer zählen konnte, wünsche ich mir, dass sie sich rasch eingewöhnen und weiterhin mit Spaß und Freude bei der Arbeit sein können und Anerkennung finden. Sie werde ich bestimmt vermissen.


HK: Sieht man Sie einmal wieder?

Dr. Bauer: Meine Schwiegereltern leben hier, wir werden sie bestimmt alle 14 Tage besuchen. Über die Jahre habe ich einige sehr gute Freunde gefunden, insbesondere die vom Salza-Läuferverein um Bernd Hiese. Alle vier Wochen gibt es einen Stammtisch. Ein Muss ist natürlich der Drei-Türme-Lauf. Beim Weitsprung-Meeting war ich immer als Helfer dabei, mal sehen, wie es damit weitergeht. Und wenn es die Zeit erlaubt, würde ich mir gern den Neubau des MVZ in Funktion anschauen, meine Schwestern besuchen und den Kollegen hallo sagen.


HK: Für die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns und wünschen weiterhin alles Gute! Auf Wiedersehen!

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Foto: Dr. Frank Bauer mit seinem Nachfolger, Dr. Jens Moor, und dem Prokuristen Jens Kopp (von links).