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Appell der Thoraxchirurgen des Hufeland Klinikums zum 22. Deutschen Lungentag: Nicht rauchen ist die Devise
Um die Aufmerksamkeit des breiten Publikums auf die Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Lungenerkrankungen zu lenken, beteiligt sich das Hufeland Klinikum mit der Abteilung für Thoraxchirurgie am Deutschen Lungentag, der am 31.08.2019 zum mittlerweile 22. Mal stattfindet.

Im Hufeland Klinikum am Standort Bad Langensalza hat sich ein Team aus erfahrenen Thoraxchirurgen auf die Behandlung von Lungenkrebs spezialisiert. Chefarzt Dr. Boris Kardziev leitet die Abteilung für Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie und hat es sich gemeinsam mit erfahrenen Lungenchirurgen zur Aufgabe gemacht, Patienten mit dieser schweren Diagnose zu behandeln. Um die Aufmerksamkeit des breiten Publikums auf die Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Lungenerkrankungen zu lenken, beteiligt sich das Hufeland Klinikum mit der Abteilung für Thoraxchirurgie am Deutschen Lungentag, der am 31.08.2019 zum mittlerweile 22. Mal stattfindet.

Deutschlandweit leiden heute rund 6,8 Millionen Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Sie ist damit häufiger auftretend als Diabetes. Etwa jeder vierte Erwachsene erkrankt im Laufe seines Lebens an einer COPD mit oder ohne Lungenemphysem. Als Hauptursache für die meisten Lungenkrankheiten gilt das aktive oder passive Rauchen.

Die schicksalhafteste Lungenerkrankung ist der Lungenkrebs, bekannt auch als Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom. Jedes Jahr sterben mehr als 40.000 Menschen an der häufigsten zu Tode führenden Krebserkrankung in Deutschland. Das entspricht der Einwohnerzahl von Städten wie Goslar oder Bautzen. Das Bronchialkarzinom ist eine der wenigen Krebserkrankungen, bei der die Hauptursache bekannt ist – das Rauchen. Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass bei Lungenkrebspatienten über 90 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen regelmäßig geraucht haben. Allerdings ist das Passivrauchen oder auch das Rauchen von anderen Tabakprodukten krebsfördernd. Es wird geschätzt, dass knapp 300 Menschen pro Jahr durch unfreiwilliges Mitrauchen zu Hause oder am Arbeitsplatz an Lungenkrebs erkranken und über 260 pro Jahr an Lungenkrebs durch Passivrauchen sterben. Auch die Elektrozigaretten sind keine Alternative zum Nichtrauchen.

„Je früher der Lungenkrebs entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen“, sagt Dr. Kardziev. Bei frühzeitig erkanntem Tumor ist eine Heilung möglich, insbesondere dann, wenn er operativ entfernt werden kann. Ansonsten kommen eine medikamentöse Tumorbehandlung oder Strahlentherapie, alleine oder in Kombination, in Frage. Fortschritte in der Lungenchirurgie, der Chemotherapie und der Strahlentherapie ermöglichen heute eine bessere Lebensqualität und eine Verbesserung der Lebenserwartung bei solchen Patienten. Die zeitgemäße Behandlung von Lungenkarzinompatienten wird in einem Tumorboard besprochen, wobei Experten in der Behandlung des Lungenkrebses (Lungenchirurgen, Lungenfachärzte, Onkologen, Strahlentherapeuten, Röntgenärzte, Pathologen) gemeinsam über die beste Behandlungsmöglichkeit bei jedem einzelnen Patienten entscheiden. „Diese Entscheidung muss auch den Gesamtzustand des Patienten sowie seine Wünsche bezüglich der Therapie berücksichtigen“, so Dr. Kardziev. Die größten Chancen einer Heilung bestehen, wenn der Krebsgeschwulst entfernt werden kann. Dabei hat sich die Lungenchirurgie in den letzten Jahren immer weiter entwickelt, es haben sich immer gewebeschonendere und lungensparende operative Verfahren etabliert. Aus diesem Grund sollten die Operationen von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

So wie das Team von Chefarzt Dr. Kardziev. Gemeinsam legen die Spezialisten großen Wert darauf, die Patienten und ihre Angehörigen mit ihren Wünschen und Ängsten in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. Die Patienten sollten an ihrer Heilung „mitwirken“. Ein Beweis für die hochwertige Arbeit der Klinik sind auch die überdurchschnittlich guten Ergebnisse in der operativen Behandlung von Hochrisiko-Patienten bei sehr niedrigen Komplikationsraten. „Ein Grund dafür ist, dass ein Team von erfahrenen Lungenchirurgen, Anästhesisten, Physiotherapeuten, Schwestern und Pflegern sich aufopferungsvoll um die Patienten kümmert und versucht, ihnen den Aufenthalt in der Klinik so angenehm wie möglich zu machen“, ist sich Dr. Kardziev sicher. Die erfahrenen Spezialisten der Lungenchirurgie beherrschen souverän das gesamte Spektrum der Lungenkrebsoperationen. Somit können die Lungenchirurgen jedes Jahr vielen Menschen eine Hoffnung auf Genesung verschaffen.

Trotz aller Bestrebungen der Ärzte, der Schwestern und den Pflegern des thoraxchirurgischen Teams in Bad Langensalza bleibt häufig der Lungenkrebs für den Patienten eine schicksalhafte Diagnose. Aus diesem Grund sollte das Ziel sein, Lungenkrebs vorzubeugen. Dabei ist gerade hier die Prävention unheimlich einfach, auch wenn es dem Einzelnen manchmal schwer fallen sollte: Lungenkrebs vorbeugen bedeutet Nichtrauchen, d. h. aktives und passives Rauchen vermeiden. Es vergehen in der Regel viele Jahre, bis sich der Lungenkrebs beim Raucher entwickelt. Die Krankheitszeichen entstehen häufig leider erst zu spät, um eine Heilung bringende, operative Therapie durchzuführen. Flächendeckende effektive Früherkennungsmaßnahmen sind nur im Einzelfall sinnvoll. „Deshalb bleibt das Nichtrauchen die sinnvollste und erfolgversprechendste Chance für ein langes und beschwerdefreies Leben“, rät der Chefarzt.

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Mit den beiden Oberärzten Dr. Loreen Maier und Marc Bohlmann hat Chefarzt Dr. Boris Kardziev
(rechts im Bild) erfahrene Fachärzte auf dem Gebiet der Lungenchirurgie an seiner Seite.