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Frischgebackene Gesundheits- und Krankenpfleger

In einem weniger festlichen Rahmen als sonst – coronabedingt – wurden am vergangenen Freitag neun ausgelernte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, drei Hebammen, drei Operationstechnische Assistenten/Assistentinnen und dreizehn Krankenpflegehelfer/innen mit sehr guten und guten Zeugnissen verabschiedet. Für besondere Leistungen und einem Gesamtdurchschnitt von 1,6 wurden Kiara Mülverstedt und Michelle Schreiber im Namen der Geschäftsleitung durch Frau Nicole Scheffel, Pflegedirektorin, und Frau Rosenbaum-Peter, Fachbereichsleitung von der Röblingschule beglückwünscht.

In der ergreifenden Rede der Pflegedirektorin wurde deutlich, welche enormen Anstrengungen in den letzten drei Jahren in 12 Lernfeldern und abschließend drei schriftlichen, drei praktischen und einer mündlichen Prüfung auf dem Plan standen. Extreme Bedingungen durch die Corona-Pandemie wirkten sich nicht nur auf die Prüfungsvorbereitungen aus. Sie war Herausforderung und Chance zugleich, Projekte wie „Schüler leiten eine Station“ ganz besonders zu gestalten.
Frau Scheffels Lieblingsfrage während der Ausbildung „Was ist Pflege“, nämlich nicht nur Blut nehmen, waschen und Blutdruck messen, sondern ein komplexer Prozess, soll den Absolventen klarmachen, dass das Lernen in unserer Gesellschaft und im rasanten Wandel der Pflege niemals aufhört.

Allen Absolventen konnte ein Arbeitsvertrag angeboten werden, so beginnen ab 1. September neun frischgebackene Gesundheits- und Krankenpfleger/innen auf ihren Stationen. Die Krankenpflegehelfer/-innen absolvierten ihre Ausbildung über zwei Jahre berufsbegleitend. Einige von ihnen arbeiten bereits seit Jahrzehnten als Hilfskraft im Hufeland. Ihre Anstellung läuft mit angepasstem Arbeitsvertrag und Aufatmen der Kollegen über hundertprozentiger Präsenz auf den Stationen weiter.

Die Kooperation mit der Johann-August-Röbling-Schule besteht seit 1949. Beide Seiten sind stolz auf die langjährige gute Zusammenarbeit.

Vor drei Jahren begannen 30 Azubis ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Ins dritte Lehrjahr starteten 19 Auszubildende. 18 von ihnen erhielten die Prüfungszulassung. Acht Absolventen mussten eine Wiederholungsprüfung ablegen und insgesamt neun junge Frauen haben ihren Abschluss als GuK (Abkürzung für Gesundheits- und Krankenpfleger) bereits in der Tasche. Die Durchfahlquote von ungefähr 38 Prozent macht deutlich, wie anspruchsvoll die Ausbildung ist. Ab diesem Jahr verändert sich die Ausbildung in der Pflege durch die Generalistik erheblich. Die Spezialisierung in die Bereiche Kinderpflege, Altenpflege und Krankenpflege im letzten Ausbildungsjahr soll Vorteile im theoretischen und praktischen Lernen mit sich bringen.

Die drei jungen Hebammen wurden zuvor auf der Entbindungsstation des Hufeland Klinikums gebührend von allen Kollegen mit einer rührenden Rede und Abschiedsgeschenken verabschiedet. Ihre Zeugnisse erhielten sie in der Marie-Elise-Kayser-Schule in Erfurt. Zwei von ihnen bleiben dem Kreißsaal des Hufeland Klinikums erhalten. Annika Kranhold und Angelina Wenzel sind froh, dass sie die anspruchsvolle Ausbildung nun erfolgreich hinter sich gebracht haben. „Im ersten halben Jahr habe ich noch gezweifelt, ob die Ausbildung zur Hebamme das richtige für mich ist“, sagt Frau Wenzel (30), die zuvor fünf Jahre Jura studierte. „Ich dachte, das bisschen „Kinder auf die Welt bringen“ kann nicht so schwer sein“, schmunzelt sie, „aber die umfangreiche Ausbildung mit Fächern wie Anatomie und Physiologie, Gynäkologie, Kinderheilkunde und Arzneimittellehre forderte so einiges ab.“ Frau Kranhold bedankte sich mit Tränen in den Augen bei allen Hebammen, Schwestern und Ärzten auf Station und freut sich, nun endlich selbst Hebamme sein zu dürfen. „Ein Traum ist wahr geworden,“ sagt sie mit unendlicher Dankbarkeit an das Team.
Teamleitung und Hebamme Manuela Schmidt ist dankbar für den riesen Zugewinn der Abteilung Geburtshilfe. „Wow, was aus ihnen geworden ist“, sagt sie stolz und findet es stets spannend von den Jüngeren zu lernen.

Auch diese Ausbildung zur Hebamme ändert sich ab diesem Jahr und wird zu einem Bachelorstudium.

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Die Thüringer Allgemeine berichtet am 23.09.2020:

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