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Eine Ära in der Pflegeausbildung des Hufeland Klinikums geht zu Ende

Am 25. Januar 2021 wurde die Medizinpädagogin Andrea Grabe in den Ruhestand verabschiedet.

Was wäre ein Krankenhaus ohne Pflegepersonal - Pflegepersonal, was ausgebildet ist und eine mindestens dreijährige Ausbildung durchläuft.

Diese Form der Ausbildung praktiziert seit 1981 unsere Medizinpädagogin Frau Grabe. Sie selbst lernte 1974 im damaligen Kreiskrankenhaus Mühlhausen den Schwesternberuf und begann nach der Ausbildung auf der Intensivstation in Mühlhausen ihren Dienst als Krankenschwester. Da ihr die Pflege und deren Entwicklung am Herzen lag, studierte sie fünfeinhalb Jahre Medizinpädagogik. Seit 1981 lehrte sie jedes Jahr zwischen 15 und 30 Schüler und Schülerinnen in der Pflegeausbildung. Sie brachte ihnen den Pflegeberuf in der Theorie und in der Praxis bei, um so immer wieder nach drei Jahren Ausbildungszeit neue Krankenschwestern bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger oder wie es seit 2020 heißt Pflegefachmann- /frau in die Praxis zu entlassen.

Mit großem Engagement brachte sie vielen jungen Menschen den Pflegeberuf nahe.

Um 6.00 Uhr begann der Tag meist mit einer Anleitung oder Zwischenprüfung auf Station und um 8.00 Uhr wurde die nächste Klasse in der Schule übernommen, um so erst in Fachbereichen zu unterrichten und später dann in Lernfeldern.

Als Medizinpädagogin war der Arbeitsalltag auf der Station für Innere Medizin, Stroke Unit oder Intensivstation für unsere Lehrkraft keine Herausforderung. Denn Pflege ist ja nun mal überall gleich - so der eigene Ansatz.

Die Herausforderung war eher, den Schüler zum Lernziel zu bringen, um so am Ende einen wertvollen Kollegen bzw. Kollegin zu gewinnen. „Das Gute mit der Verbindung zwischen Theorie und Praxis war immer, dass sich kein Schüler herausreden konnte, wenn der Lernerfolg aufgrund des Nichtlernens verpasst wurde. Diese Ausreden probierten so einige Absolventen nur einmal, da Frau Grabe wusste, wo sie mit dem Unterrichtsstoff in der letzten Stunde geendet hatte“, so die Pflegedirektorin Nicole Scheffel bei der Verabschiedung am 25. Januar im Hufeland Klinikum am Standort Mühlhausen.

Durch mehr als 46 Jahre Tätigkeit für die Hufeland Klinikum GmbH gehört Frau Grabe heute zum „Inventar“. Viele der Pflegekräfte im Klinikum sind durch ihre Schule gegangen. Einige und wenige Schwestern der ersten Ausbildungsjahrgänge sind heute noch auf der Wachstation oder in der Kardiologie tätig. Aber auch diese Kollegen haben neben der Ausbildung mit Frau Grabe als Medizinpädagogin nicht nur die Pflege erlernt, sondern wissen durch sie auch wie Auszubildende auf der Station angeleitet werden, bis sie zur Abschlussprüfung geführt werden. Jeder Klassenverband sah seine Medizinpädagogin Frau Grabe eher als Partner, Berater und Wegbegleiter.

Mit Stolz können wir heute zurückschauen, dass durch die hervorragende Unterstützung von Frau Grabe mehr als 800 Krankenschwestern/-pfleger und Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen den Abschluss des Pflegeberufs erreicht haben.

Wenn so viele Menschen in der Pflege durch eine Kollegin ­– und selbstverständlich begleitend auch andere Kollegen – geprägt werden, ergibt sich in der Gesamtheit ein Bild mit einer gewissen Philosophie.

Ein verdammt hohes Ziel setzte unsere älteste Medizinpädagogin in der Vergangenheit. In den letzten Jahren nahm sie einige Kollegen in ihrem Kreis auf, um so beruhigt in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Ihre Erkenntnisse, Wissen und Erfahrungen gab sie weiter, um sicher zu sein, dass die Medizinpädagogik weiterhin auf sicheren Säulen weitergetragen wird.

Wir als Klinikum sind dankbar für diese wertvolle und jahrzehntelange Zusammenarbeit, die im Alltag manchmal als selbstverständlich hingenommen wird. Doch wenn wir mal zurückschauen, sehen wir den großen wertvollen Anteil ihrer Arbeit. Eine Ära geht nun in der Ausbildung der Hufeland Klinikum GmbH vorbei.

Zum Glück bleiben uns wertvolle Menschen in der Pflege durch „ihren Schliff“ erhalten.

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Bild: Pflegedirektorin Nicole Scheffel (links) überreicht Frau Andrea Grabe (rechts) ein Blumenpräsent und eine Lithografie des Hufeland Klinikums von beiden Standorten.

Die Thüringer Allgemeine berichtete am 05.02.2021:

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