zurück zur Übersicht

Tag der Patientensicherheit am 17.09.2021

Der Tag der Patientensicherheit findet weltweit alljährlich am 17.09. statt. „Sicherheit vom ersten Atemzug an“ lautet der diesjährige Slogan des Aktionsbündnis für Patientensicherheit. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich zusammen mit Verbänden, Fachgesellschaften, Forschungsinstituten und Krankenkassen für Forschung und Entwicklung der Sicherheitskultur in der Patientenversorgung unseres Gesundheitssystems.

In der Hufeland Klinikum GmbH werden stets flache sowie interdisziplinäre Prozesse bewertet sowie optimiert und somit die Sicherheit der Patienten großgeschrieben.

Im April diesen Jahres wurde im Hufeland Klinikum das Patientenarmband eingeführt.  Wird ein Patient stationär aufgenommen, erhält er ein Armband mit Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum und interner Fall-Nr. versehen. Das Patientenarmband dient in erster Linie der Patientensicherheit und begleitet den Patienten aktuell bei sämtlichen Behandlungsprozessen. In einer weiteren Einführungsphase werden weitere Dokumentationsdaten des Patienten über das Armband einscannbar sein.  

IMG_2555_web.jpg

Bild 1: Jeder stationäre Patient erhält im Hufeland Klinikum ein Patientenarmband.

Patienteninformationssystem

Die Daten des Patientenarmbandes finden sich im sogenannten Patienteninformationssystem wieder. Zusätzlich zur Dokumentation in Papierform hat man hier wichtige Dokumente wie u.a.  Untersuchungsergebnisse, Laborbefunde, ärztliche Dokumentationen, OP-Vorbereitung und -Nachsorge und vieles mehr schnell zur Hand. Das Dokumentationssystem wird ständig weiterentwickelt und spiegelt den Pflegeprozess nach rechtlichen Anforderungen im Gesundheitswesen wider.

Die Einbindung von Subsystemen, z. B. Laborprogramme oder Anwendungen der Funktionsabteilungen wie Radiologie oder Endoskopie sind möglich und werden umfangreich genutzt.

Um die Visiten auf den Stationen effektiv und sicher gestalten zu können, arbeiten alle Abteilungen mit entsprechendem PC-Visitenwagen. So ist es möglich, den Patienten am Bett über Ergebnisse seiner Therapie zu informieren und gleichzeitig an Ort und Stelle weitere Maßnahmen auszulösen.

In den Intensivabteilungen ging man einen Schritt weiter. An jedem Intensivbett ist ein PC angebracht, um zeitnah am Patientenbett zu dokumentieren, aber auch Informationen einsehen zu können. Die Daten der Monitoring-Überwachung fließen ebenfalls sofort in die digitale Patientenakte ein und ein zeitaufwendiges Übertragen entfällt.

 

Ersteinschätzung in der Notfallaufnahme

 

Die Patienten in der Notfallaufnahme werden mittels eines Triage-Systems durch den Arzt bzw. Pflegekraft aufgenommen. Bei einer Verlegung auf die Station liegen dort schon wertvolle Informationen und die ersten Untersuchungsergebnisse für die weiterbehandelnden Ärzte, aber auch für die Pflegekräfte vor.

Mit dem Triage-System sollen Notfallpatienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen bereits zum Zeitpunkt der Vorstellung in der Rettungsstelle innerhalb weniger Minuten verlässlich identifiziert werden. Wenn der Schweregrad der Erkrankung beziehungsweise der Verletzung geklärt ist, wird eine Einschätzung vorgenommen. So können die Patienten dem geeigneten Behandlungsort zugewiesen werden,“ erklärt Daniela Schmücking, Teamleiterin der Notfallambulanz am Standort Bad Langensalza.

IMG_0864_Triage_web.jpg

Bild 2: Triagieren dürfen nur speziell ausgebildete Fachkräfte wie Daniela Schmücking, Teamleitung Rettungsstelle Bad Langensalza.

Portal für einweisende Ärzte/Pflegeeinrichtungen

Mit Einführung des Portals haben Hausärzte, REHA Kliniken, Pflegeheime und Pflegedienste eine schnelle und verlässliche Verbindung ins Klinikum. Im Portal kann man sofort nach der Entlassung des Patienten, Zugang zu wichtigen Patientendaten u.a. erhalten, die den Vorteil einer nahtlosen Weiterbehandlung und Versorgung des Patienten mit sich bringen.

Besuchermanagement-System

Ein elektronisches Besuchermanagement-System, selbstverständlich unter strikter Einhaltung der DSGVO sowie gesetzlicher Vorgaben, ist im Zuge der Pandemie bzw.  Zutrittsbeschränkungen für Besucher im Sommer im Hufeland Klinikum etabliert worden. Sich als Besucher elektronisch anzumelden, schafft für Patienten, Mitarbeiter und für den Besucher selbst ein nicht zu unterschätzendes Maß an Sicherheit.

„Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass Verwaltungs- und Behandlungsprozesse durch eine digitale Infrastruktur notwendig sind und gewisse Dialoge zwischen Patienten, Angehörigen und Ärzten dadurch erleichtert werden. Gleichwohl wird die Sicherheit gegenüber Cyber-Angriffen immer wichtiger, an dessen Weiterentwicklung die Kollegen permanent beschäftigt sind,“ betont Dipl.-Ing. Jens Kopp.

Digitalisierung und Patientensicherheit - Künstliche Intelligenz in der Radiologie

In Planung ist mittelfristig die Testung einer KI (künstliche Intelligenz) gestützten automatischen Vorbefundung in der Radiologie. Was sich utopisch anhört, ist in großen Kliniken schon üblich. „Es soll keinesfalls der Facharzt in der Radiologie ersetzt werden, vielmehr sollen wiederkehrende Routineabläufe, wie z. B. die Nachbearbeitung von Bilddatensätzen unterstützend auf die wachsende Arbeitslast wirken,“ erklärt Dipl.-Ing. Jens Kopp. Für einige dieser Investitionen gibt es glücklicherweise Förderungen vom Bund, die in Anspruch genommen werden.

Handeln bevor etwas passiert - Weiterbildung in Form von eLearning vom Azubi bis zum Arzt

Ziel des Hufeland Klinikums ist es, Berichts- und Lernsysteme effizient zu nutzen. Kostenfreie und zum Teil vom Bund geförderte Projekte in der Vermittlung von Theorie, nutzen seit der Pandemie und fehlenden Berufsschulzeiten die Medizin-Pädagogen des Hauses. Die Auszubildenden erledigen seit dem Frühjahr ihre Theoriephasen teilweise im Homeschooling. Das hat natürlich Vor- aber auch Nachteile. Zum einen kann sich jeder auf seine tatsächlichen Aufgaben konzentrieren, der direkte Kontakt und Austausch zu Mitschülern und Pädagogen wird versucht durch Chats oder Telefon auszugleichen.

Der Bereich eLearning geht jedoch viel weiter. Eine Software, die automatisiert Arbeitsschritte egal ob in der Verwaltung oder im medizinischen Bereich aufzeichnen bzw. dokumentieren kann, ist ein wertvolles Werkzeug für neue Kollegen oder im Vertretungsfall. „Ein hochwertiges Bildungsmanagement für alle Bereiche im Klinikum zu etablieren, schafft ganz neue Möglichkeiten,“ erklärt Christoph Zimmermann, Abteilungsleiter der IT-Abteilung.

Im Hufeland Klinikum ist die Lage der Corona-Patienten zum Glück entspannt, dennoch befinden wir uns immer noch im Pandemie-Status und werden in erster Linie zur Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter in diesem Jahr keine Veranstaltung anlässlich des Tages der Patientensicherheit durchführen.