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Hufeland Klinikum erneuert nach 12 Jahren seinen Kernspintomographen

Am vergangenen Donnerstag erneuerte das Hufeland Klinikum nach 12 Jahren seinen Kernspintomographen am Klinikstandort Mühlhausen, an welchem bis dato 49.002 Untersuchungen durchgeführt wurden. Das sind mehr Untersuchungen als das Stadtgebiet Mühlhausen Einwohner hat.

Etwas Wehmut kam auf, als das alte MRT-Gerät am Seil eines Großkranes hängend das Klinikgebäude verließ. Aber Erneuerung bedeutet auch Aufbruch zu neuen diagnostischen Möglichkeiten im Hufeland Klinikum.
Der neue MRT „Magnetom SOLA“ der Firma Siemens Healthcare GmbH, in den das Hufeland Klinikum rund 1,1 Mio. EUR investiert hat, verfügt über die neueste Technologie.

Doch was sind denn die neuen Möglichkeiten in der MRT-Diagnostik nun konkret?
Im Vergleich zum Alt-Gerät verfügt der Magnetom Sola über einen ca. 10 cm größeren Röhrendurchmesser, was die Untersuchungen insbesondere für etwas korpulentere Patienten und Patientinnen angenehmer gestaltet. Der abkoppelbare und mit Motorunterstützung bewegliche Patiententisch erspart den kranken und immobilen Patienten und Patientinnen zwei Umlagerungen auf eine antimagnetische Transportliege zwischen Bett und Untersuchungstisch. Das bedeutet zugleich eine körperliche Erleichterung für die Röntgenassistent und Röntgenassistentinnen. Außerdem wurde eine speziell für Früh- und Neugeborene entwickelte Spule und Lagerungsschale angeschafft.

Aber ähnlich wie beim Autokauf entscheiden nicht Karosserie und Farbe, sondern dass, was unter der Haube steckt. Und bei der Ausstattung des neuen Siemens Magnetom SOLA 1,5 T hat das Hufeland Klinikum ins obere Ausstattungsregal gegriffen.

Neben einer umfangreichen und topmodernen Spulenauswahl (das sind die Elemente im und am Gerät, die das Signal zur Bildgebung empfangen) sind es vor allem die aktuell modernsten Messsequenzen, die angeschafft wurden. Damit ist es nun möglich, noch feinere Strukturen in kürzerer Untersuchungszeit darzustellen. Dazu gehören, z.B. Knorpel und Bänder der Gelenke, bestimmte stimulierte Hirnregionen vor Tumoroperationen (functional imaging), orts- und zeitaufgelöste Organuntersuchungen (4D) des Bauchraumes in freier Atmung und Herzuntersuchungen mit automatisierter Planung der Herzachsen und kabelloser EKG-Ableitung. Aber auch Gefäßdarstellungen ohne Kontrastmittel, Feinuntersuchungen der Prostata und Ganzkörperdiffusionsbildgebung zur Metastasensuche sind nun möglich. Die Liste lässt sich weiterführen: Alleinstellungsmerkmale sind die automatisierten Untersuchungsplanungen und Anatomieerkennung (Biomatrixtechnologie). Die Planungsdaten aller jemals an diesem Gerät untersuchten Patienten werden anonymisiert abgespeichert und bei Verlaufsuntersuchungen, z.B. bei Tumorpatienten, wird darauf zugegriffen und eine identische Folgeuntersuchung garantiert. Aber auch Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) sind etabliert, sodass mit diesen selbstlernenden Algorithmen Bild- und Bewegungsartefakte herausgerechnet werden können.

Aber um im Bild des Autokaufes zu bleiben: Der Übergang in der Benutzung des vorherigen MRTs zu unserem neuen Top-Modell erfordert eine gesonderte „Typenschulung“. Auf das Team der Abteilung für Diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikstandort Mühlhausen wartet in den nächsten Wochen eine Menge Arbeit. Alle Mitarbeiter sind hochmotiviert, den neuen Boliden möglichst schnell mit all seinen Funktionen zu beherrschen.
Was ihn am meisten freuen würde? Darauf antwortete Dr. Ralph Hünerbein, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikstandort Mühlhausen, dass der geschlossene Vertrag über dieses Top-Gerät auch eine andauernde Update- und Upgrade-Option beinhaltet. Damit ist auch weit in das nächste Jahrzehnt hinein sichergestellt, dass im Hufeland Klinikum MRT-Diagnostik auf modernstem Niveau durchgeführt werden kann.