Die Darmspiegelung ist eine Erfolgsgeschichte
Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie 2002 konnte Neuerkrankungen von Darmkrebs innerhalb von 10 Jahren um > 10% gesenkt werden. 2022 erkrankten ca. 55.000 Deutsche an Darmkrebs. Die Hälfte starb daran. In ca. 90% der Fälle entsteht Darmkrebs aus einem Schleimhautpolypen. Die Polypen können bei einer Darmspiegelung = Koloskopie erkannt und entfernt werden. Sie gilt als zuverlässigstes Verfahren, um Darmkrebs und seine Vorstufen zu entdecken.
Vorbereitung für die Darmspiegelung
Das Wichtigste an der Koloskopie ist die Vorbereitung: Vor der Untersuchung ist eine gründliche Entleerung des Dickdarms mit Hilfe einer modernen Abführlösung unabdingbar. Nur wenn die Darmschleimhaut "sauber" ist, kann sie genau beurteilt werden.
Ablauf der Darmspiegelung
Das Koloskop wird über den After eingeführt und bis zum Ende des Dickdarms vorgeschoben. Dann wird das Endoskop langsam zurückgezogen und die Schleimhaut beurteilt. Während der Untersuchung wird Kohlendioxid zur Aufweitung des Darmlumens verwendet. Sie ist im Vergleich zu Luft deutlich verträglicher. Von auffälligen und verdächtige Bereiche werden Proben entnommen entfernt und Polypen abgetragen. Anschließend wird das Material in die Pathologie zur Untersuchung versendet.
Die Darmspiegelung ist eine sanfte Methode
Die Darmspiegelung dauert ca. 30 Minuten. In der Regel wird ein Medikament (Propofol) zur Sedierung verabreicht, damit der Patient zur Untersuchung schläft und die Koloskopie nicht verspürt. Nach der Untersuchung wird der Patient im Aufwachraum nachbeobachtet. Der Patient darf in Begleitung nach Hause, jedoch 12 Stunden lang kein Fahrzeug führen. Essen oder trinken kann man, wenn nicht anders empfohlen, nach der Darmspiegelung wie gewohnt.
Wann sollte man eine Darmspiegelung durchführen lassen?
Frauen und Männer ab 50 Jahren können zweimal eine Koloskopie im Abstand von zehn Jahren als Vorsorge durchführen lassen, bei Beschwerden oder wenn Darmkrebs in der Familie liegt natürlicherweise schon früher.
Dickdarmpolypen
Bei vielen und größeren Polypen kann es sein, dass dafür zwei und mehr Sitzungen erforderlich sind. Damit will man die Entstehung von Komplikationen vermeiden. In Abhängigkeit der Anzahl, der Größe und der Art der Polypen erfolgt die Empfehlung einer Kontrollkoloskopie. Diese können zwischen wenigen Monaten bis 10 Jahre betragen.
Die Darmspiegelung und Komplikationen
Komplikationen bei Vorsorgekoloskopien sind selten (unter einem Prozent), diese können sein:
- Blutungen
- Durchstoßen der Darmwand (Perforation)
- Übertritt von Mageninhalt in die Atemwege
- Allergische/anphylaktische Reaktionen
- Sedierungs- und Herz-Kreislauf-Probleme
- Medikamentenunverträglichkeit
