Ärzte im Unstrut-Hainich-Kreis kämpfen gegen Folge-Herzinfarkte: „Schlechtes“ Cholesterin muss runter!

Das zentrale Ziel ist klar: Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) erlitten haben, muss der Wert des LDL-Cholesterins – oft als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet – konsequent gesenkt werden.
Warum ist das LDL-Cholesterin so wichtig?
- Hohe LDL-Cholesterinwerte sind eine Hauptursache für Arterienverkalkung und können zu einem Herzinfarkt führen.
- Nach einem Infarkt ist das Risiko für ein erneutes Ereignis stark erhöht.
- Die aktuellen medizinischen Leitlinien empfehlen daher einen sehr niedrigen Zielwert für das LDL-Cholesterin: unter 55 mg/dl oder mindestens eine Senkung um 50 % gegenüber dem Ausgangswert. Wer diesen Zielwert erreicht, senkt sein Risiko für einen weiteren Herz-Kreislauf-Vorfall deutlich.
Engere Zusammenarbeit für Patienten
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Mirko Leonhardt, Chefarzt der Kardiologie am Hufeland Klinikum, diskutierten die Teilnehmer, wie die Behandlung von Herzinfarktpatienten besser zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten vernetzt werden kann.
„Unser Ziel ist, dass alle Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt im Unstrut-Hainich-Kreis die Leitlinien-Zielwerte erreichen. Nur so lassen sich Folgeinfarkte wirksam verhindern“, betonte Dr. Leonhardt.
Die Ärzte besprachen unter anderem den Einsatz sogenannter Lipidpässe zur besseren Dokumentation der Cholesterinwerte sowie die Sicherstellung einer regelmäßigen Kontrolle.
Experten wie Prof. Dr. med. Oliver Weingärtner (Universitätsklinikum Jena) sowie Dr. med. Sibylle Kaiser, Dr. med. Uta Kästner und Dr. med. Michael Scholl lieferten in ihren Vorträgen wertvolle Einblicke in die neuesten Therapieempfehlungen und zeigten Wege zum Aufbau eines regionalen Lipid-Netzwerks auf.
Die „Auf-Ziel“-Kampagne, die sich für eine optimale Cholesterinsenkung einsetzt, wird bereits in über 60 Regionen Deutschlands erfolgreich umgesetzt.