Zurück zur Übersicht 21.07.2026

Ein Jahr Klinikseelsorge im Hufeland Klinikum: Michael Richardt zieht berührende Bilanz

Seit einem Jahr begleitet der katholische Klinikseelsorger Michael Richardt Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Mitarbeitende an den beiden Standorten des Hufeland Klinikums. Sein Rückblick zeigt eindrücklich, wie wichtig menschliche Nähe, Zuhören und das gemeinsame Aushalten schwieriger Situationen im Klinikalltag sind.
Bereits zu Beginn seines Dienstes standen für Richardt existenzielle Fragen im Raum: „Werde ich die richtigen Worte finden, wenn Worte fehlen? Werde ich aushalten können, was ich nicht ändern kann? Und werde ich allen Menschen gerecht – den Patientinnen und Patienten, den Angehörigen sowie dem medizinischen Personal?“ Heute blickt er mit großer Dankbarkeit auf zahlreiche Begegnungen zurück.

Dasein statt schneller Antworten

Heute blickt der Seelsorger mit tiefer Dankbarkeit auf die zahlreichen Begegnungen an den Krankenbetten zurück. Die Begleitung von Menschen in ihren dunkelsten Stunden – konfrontiert mit schicksalhaften Diagnosen, Angst und Ungewissheit – habe ihm eine zentrale Erkenntnis vermittelt: Nicht schnelle Antworten oder große Worte seien entscheidend, sondern ehrliche Anteilnahme, Zeit und die Bereitschaft, das Schwerste einfach gemeinsam auszuhalten.
„Gerade im Krankenhaus erlebe ich, wie wichtig es ist, im Jetzt zu leben – nicht in der Vergangenheit und nicht in den Sorgen von morgen. Wer sich den kleinen Dingen öffnet, erschafft ein reiches Leben, unabhängig von der Zeit, die bleibt,“ sagt der Klinikseelsorger.

Begleitung des Klinikpersonals

Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Arbeit lag im vergangenen Jahr auch in der Unterstützung der Mitarbeitenden. Pflegekräfte und Ärzteteams tragen täglich hohe Verantwortung und emotionale Belastungen. Zahlreiche Anrufe – oft auch zu ungewöhnlichen Tages- und Nachtzeiten – zeigen, wie wertvoll ein offenes Ohr für das Personal ist.
Richardt dankt der Klinikleitung sowie dem Bistum Erfurt für das Vertrauen und die Unterstützung. Für die kommenden Monate kündigt er an, neben der täglichen Seelsorge verstärkt an der Mitgestaltung von Weiterbildungsangeboten für Klinikseelsorger mitzuwirken.

Verlässlicher Anker der Mitmenschlichkeit

Im oft hektischen Klinikbetrieb erweist sich die Seelsorge als stabiler Anker der Mitmenschlichkeit. Wo medizinische Erklärungen an Grenzen stoßen, schafft das „einfache Dasein“ Raum für Trost, Zuversicht und innere Kraft – eine Begleitung von Mensch zu Mensch, die gerade in Krisenzeiten Halt gibt.